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Patienteninformationen
Zahnheilkunde als Schwerpunkt in der Tierarztpraxis Horrem
Zahnschmerzen sind bei Hund und Katze schwer zu erkennen – und trotzdem einer der häufigsten Gründe für Unwohlsein. Tiere fressen weiter, auch wenn ein Zahn längst entzündet oder frakturiert ist; sie kauen dann einseitig, meiden harte Snacks, werden ruhiger oder empfindlich am Kopf. Häufig fällt zuerst der Geruch aus dem Maul auf. Was von außen wie ein kosmetisches Problem wirkt, ist oft eine schmerzhafte Parodontitis mit Knochenabbau.
Deshalb ist die Zahnheilkunde in der Tierarztpraxis Horrem ein eigener Schwerpunkt mit eigenem Dentalteam. Wir kümmern uns um Prophylaxe, Zahnsanierung und Kieferprobleme – mit Spezialtechnik und in der nötigen Routine. Weil eine belastbare Diagnose nur unter Narkose möglich ist, arbeiten Zahnheilkunde und Anästhesie bei uns eng zusammen. Ziel ist immer dasselbe: dass das Fressen wieder Freude macht – und die Lebensqualität bleibt.
Diagnostik: Was ohne Bild nicht sichtbar ist
Rund zwei Drittel eines Zahns liegen unter der Zahnfleischgrenze. Ohne Bildgebung bleibt der entscheidende Teil des Befunds verborgen – deshalb gehört zu jeder Zahnbehandlung bei uns eine vielschichtige Befundung:
- Maulhöhlenuntersuchung – systematische Beurteilung jedes einzelnen Zahns, Sondierung von Zahnfleischtaschen und Dokumentation im Zahnschema
- Digitales Dentalröntgen – Darstellung von Wurzeln, Knochen und Zahnfachbereich; unverzichtbar bei Zahnresorptionen (FORL) der Katze
- CBCT (dentale Volumentomographie) – dreidimensionale Darstellung von Kiefer und Zahnwurzeln bei komplexen Befunden, Frakturen und Tumoren
- Befundgespräch mit Therapieplan – Sie erfahren ausführlich welche Zähne erhalten werden können und welche nicht
CBCT: Zahndiagnostik in drei Dimensionen
An unserem Standort Horrem steht ein eigenes CBCT (Cone-Beam-CT, dentale Volumentomographie) – ein Gerät, das speziell für die Bildgebung von Zähnen und Kiefer entwickelt wurde.
Der Unterschied zum klassischen Dentalröntgen ist grundlegend: Eine Röntgenaufnahme presst dreidimensionale Strukturen auf eine Ebene. Wurzeln überlagern sich, Knochenabbau wird unterschätzt, und Befunde im Oberkiefer verschwinden hinter Nasenhöhle und Jochbogen. Das CBCT rekonstruiert stattdessen einen überlagerungsfreien 3D-Datensatz, den wir in allen Ebenen durchblättern und ausmessen können – bei einer Strahlendosis unterhalb eines herkömmlichen CT und in einem einzigen Scan, statt mit vielen Einzelaufnahmen und wiederholtem Umlagern. Das verkürzt die Narkosezeit merklich.
Was daraus möglich wird:
- Wurzelbehandlungen planen – Kanalanatomie, Wurzelfrakturen und apikale Entzündungsherde sind vorher sichtbar, nicht erst während des Eingriffs
- Komplizierte Zahnpathologien sichtbar machen (Zahnanomalien, Wurzelfrakturen, spinale Entzündungsherde, Wurzelfrakturen und apikale Entzündungsherde sind vorher sichtbar, nicht erst während des Eingriffs
- Umfangsvermehrungen und Tumoren in der Maulhöhle abgrenzen: Knochenbeteiligung, Ausdehnung und Resektionsgrenzen vor einer Kieferteilresektion
- Retinierte und persistierende Zähne, Zahnfehlanlagen und odontogene Zysten exakt lokalisieren – besonders relevant bei brachyzephalen Rassen
- Diagnose und Behandlung in einer Narkose: scannen, befunden, im gleichen Termin therapieren – Ihr Tier muss für die Abklärung nicht ein zweites Mal in Narkose
Für überweisende Kolleginnen und Kollegen bedeutet das: Zahnpatienten mit unklarem Röntgenbefund können wir dreidimensional abklären.
Unser Dentalteam
Nils Ullrich de Figueiredo e Silva ist Träger der Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde und DGT Mitglied (Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde).
Dr. Svenja Schnabel (ebenfalls DGT-Mitglied)
Laura BrünkerUnser Behandlungsspektrum
- Beratung zur Zahn- und Maulhygiene – was zu Hause wirklich hilft: Zähneputzen, Futter, Kauartikel, sinnvolle Kontrollintervalle
- Professionelle Zahnreinigung – Entfernung von Zahnstein und Plaque über und unter dem Zahnfleischrand, anschließende Politur
- Zahnextraktionen – von der einfachen bis zur chirurgischen Extraktion mit Lappenbildung und Wundverschluss
- Endodontie – Wurzelkanalbehandlung als zahnerhaltende Alternative zur Extraktion, z. B. bei frakturierten Fangzähnen
- Vitalamputation – Erhalt des lebenden Zahnmarks bei frischen Zahnfrakturen, vor allem bei jungen Tieren
- Versiegelung – Schutz freiliegender Zahnsubstanz gegen Schmerz und weiteren Substanzverlust
- Kieferorthopädie – Korrektur von Fehlstellungen, die zu Schmerz oder Schäden am Gegenkiefer führen
Häufige Befunde, die wir behandeln
- Parodontitis – die häufigste Erkrankung bei Hund und Katze überhaupt: Zahnfleischentzündung mit fortschreitendem Knochenabbau
- Zahnresorptionen (FORL) der Katze – schmerzhafter Substanzverlust, nur im Röntgenbild sicher zu beurteilen
- Zahnfrakturen – häufig am Fangzahn; je früher, desto besser die Chance auf Zahnerhalt
- Persistierende Milchzähne und Zahnfehlstellungen – Engstand, Kreuzbiss, in den Gaumen stechende Fangzähne
- Stomatitis / chronische Maulschleimhautentzündung – vor allem bei der Katze
- Kieferfrakturen und Umfangsvermehrungen in der Maulhöhle – inklusive onkologischer Abklärung
Narkose und Sicherheit
Eine belastbare Zahnbehandlung ist beim Tier nur in Narkose möglich – reines „Zahnsteinkratzen“ im Wachzustand behandelt die Optik, nicht die Erkrankung, und ist für das Tier belastend. Unsere Zahnpatienten werden vor dem Eingriff untersucht, während der Narkose kontinuierlich überwacht und nach Bedarf schmerztherapeutisch versorgt. Bei älteren Tieren oder Vorerkrankungen stimmen wir das Vorgehen mit unserer Anästhesie und der Inneren Medizin ab.
Termin in der Zahnsprechstunde
Bei Maulgeruch, Zahnstein, Zahnfleischbluten, einseitigem Kauen, Futterverweigerung oder einem abgebrochenen Zahn vereinbaren Sie einen Termin online oder telefonisch. Auch zur reinen Kontrolle und Prophylaxeberatung sind Sie jederzeit willkommen – je früher ein Zahnproblem erkannt wird, desto häufiger lässt sich der Zahn erhalten.
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